Eine Ausbildung in einer Baumschule eröffnet daher nicht nur einen abwechslungsreichen Berufsalltag, sondern auch langfristige berufliche Sicherheit.
Baumschulgärtnerinnen und Baumschulgärtner beschäftigen sich mit der Anzucht und Pflege von Bäumen, Sträuchern und anderen Gehölzen. Dabei reicht das Tätigkeitsspektrum weit über das reine Pflanzen hinaus. Zu den zentralen Aufgaben gehören die Vermehrung von Pflanzen, etwa durch Stecklinge oder Veredelung, die Züchtung neuer Sorten sowie die fachgerechte Pflege der Kulturen. Ebenso wichtig sind Kenntnisse über Böden, Pflanzenschutz und moderne Produktionstechniken. Tatsächlich optimiert die Digitalisierung in den Baumschulen viele Produktionsprozesse wie automatisierte Bewässerung oder Feuchtigkeitsmessungen durch Sensoren oder die Erfassung von Anbauflächen mit Hilfe von GPS und digitalen Karten.
Der Beruf bietet eine große Vielfalt an Tätigkeiten. Neben der Arbeit auf den Kulturflächen spielen auch Beratung und Verkauf eine wichtige Rolle. Kundinnen und Kunden aus Garten- und Landschaftsbau, Kommunen oder privaten Gärten suchen kompetente Empfehlungen für geeignete Bäume und Sträucher. Baumschulgärtnerinnen und Baumschulgärtner verbinden dabei praktisches Wissen mit Beratungskompetenz (mehr Infos unter www.zukunftgruen.de).
Besonders attraktiv ist die Ausbildung auch wegen der vielfältigen Entwicklungsmöglichkeiten. Viele Betriebe suchen motivierte Auszubildende und qualifizierte Fachkräfte, da der Bedarf an gut ausgebildetem Nachwuchs hoch ist. Nach der Ausbildung stehen unterschiedliche Wege offen: Berufserfahrung im Betrieb, Spezialisierungen in bestimmten Produktionsbereichen oder weiterführende Qualifikationen.
Wer sich fachlich weiterentwickeln möchte, kann beispielsweise eine Weiterbildung zum staatlich geprüften Techniker im Gartenbau absolvieren. Auch Meisterabschlüsse oder ein Studium im Bereich Gartenbau oder Pflanzenwissenschaften sind mögliche nächste Schritte. Damit eröffnen sich Perspektiven in der Betriebsleitung, Beratung, Forschung oder im internationalen Pflanzenhandel.
Die Ausbildung zum Baumschulgärtner ist somit weit mehr als ein klassischer Ausbildungsberuf im Grünen. Sie verbindet praktische Arbeit mit Fachwissen, Verantwortung für lebende Pflanzen und vielfältige Karrierechancen. Für naturbegeisterte Menschen, die gern draußen arbeiten und gleichzeitig langfristige berufliche Perspektiven suchen, stellt sie eine zukunftssichere Wahl dar. akz
MINT-Unterricht neu gedacht
Hohe Kompetenzen in den MINT-Fächern Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik gelten als Schlüsselqualifikationen für eine zunehmend technologiegeprägte Welt. Sie bilden die Grundlage für Innovation, Wettbewerbsfähigkeit und gesellschaftlichen Fortschritt.
Die schulischen Leistungen gehen hier allerdings seit Jahren zurück, wie internationale Vergleichsstudien zeigen. Ein Grund liegt darin, dass vielen Kindern und Jugendlichen der Bezug der MINT-Fächer zum eigenen Alltag fehlt. Eltern und Lehrkräfte stehen zudem vor der Herausforderung, komplexe Inhalte altersgerecht zu vermitteln. Nur rund ein Drittel der Jugendlichen fühlt sich darüber hinaus gut von der Schule über Berufsmöglichkeiten informiert. Die fehlende Orientierung trägt zu hohen Abbruchquoten in MINT-Studiengängen und Ausbildungen bei. Hier sind Wirtschaft, Politik und Bildung gefordert, gemeinsam zu handeln.
Zwischen Klassenzimmer und Arbeitswelt
Vor diesem Hintergrund gewinnen Kooperationen zwischen Schulen und Unternehmen an Bedeutung. Industrieunternehmen können Schulen unterstützen, indem sie Praxisnähe und echte Anwendungsszenarien in die Schulen bringen. Das sieht auch Stefan Zeidler von Siemens so: „MINT-Berufe sind zentral für Digitalisierung, Energiewende und Wandel. Deshalb bringen wir moderne Berufsorientierung direkt ins Klassenzimmer und übernehmen so gesellschaftliche Verantwortung.“ Berufsbilder und Anforderungen verändern sich rasant. Siemens etwa hat mit „SIEYA[at]School“ ein Programm entwickelt, das moderne Lehrmaterialien für den Unterricht bereitstellt.
Lehrmaterial greifbar machen
So erhalten Lernende Einblicke in Zukunftstechnologien und erleben technische Zusammenhänge spielerisch. „Mit unseren SIEYA-Formaten (Siemens: Your Adventure) machen wir innovative Technologien greifbar, begeistern Lernende für MINT, befähigen Lehrkräfte und bieten berufliche Orientierung“, erklärt Projektleiterin Daniela Duschl. Die Inhalte entstanden in Zusammenarbeit mit Didaktik-Fachleuten. Die Initiative bietet lehrplankonforme Unterrichtsmaterialien mit Stundenverläufen, Arbeitsblättern und einer KI-Anwendung zur Differenzierung von Schulform und Lernniveau. Zusätzlich beinhaltet jedes Themen-Modul ein digitales Lernspiel, das Themen wie Digitaler Zwilling, Cybersicherheit, Internet der Dinge oder 3D-Druck vermittelt. Alles ist kostenfrei über bundesweite Schulclouds sowie über sieya.de/school abrufbar. Derartige Bildungsinitiativen verfolgen das Ziel, MINT-Themen frühzeitig erfahrbar zu machen, Chancengleichheit zu stärken und dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken. djd