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Erholung, wo einst die Kanonenkugeln donnerten

Morlautern hat eine wechselvolle Geschichte und bietet ländliche Ruhe nahe der Innenstadt

Erholung, wo einst die Kanonenkugeln donnerten

Das Wahrzeichen von Morlautern, der Schlachtenturm. FOTO: OSKAR WELLER

Morlautern ist ein Stadtteil der Barbarossastadt Kaiserslautern mit etwa 3500 Einwohnern. 

Erstmals urkundlich erwähnt wurde der Ort im Jahre 1215 in einer Urkunde des Staufer-Kaisers Friedrich II, dem Enkel Friedrich Barbarossas. Als „Hof im Wald in Morluter“ gehörte der Ort damals zum Besitz des Prämonstratenserklosters in Kaiserslautern. Von äußeren Einflüssen blieb die Siedlung nicht verschont und erlebte eine immens wechselvolle Geschichte. 

Beim Bau des Schlachtenturms wurden einige Kanonenkugeln eingemauert, die an die Schlacht bei Morlautern erinnern. FOTO: MIRIAM DIECKVOB
Beim Bau des Schlachtenturms wurden einige Kanonenkugeln eingemauert, die an die Schlacht bei Morlautern erinnern. FOTO: MIRIAM DIECKVOB

In die Geschichtsbücher ist Morlautern durch die berühmte „Schlacht bei Morlautern“ zwischen den Preußen und Frankreich Ende November 1793 eingegangen. Zum Gedenken an die Schlacht wurde 1893 das heutige Wahrzeichen des Stadtteils, der Schlachtenturm initiiert und drei Jahre später fertiggestellt. Der Aussichtsturm steht am Westrand des Ortes auf einer Höhe von 327 Metern. Von seiner Aussichtsplattform ist ein toller Blick über große Teile der Barbarossastadt möglich. Die Siedlung gehörte nach der Schlacht bei Morlautern verschiedenen Regierungen an und war vor der Bildung des Bundeslandes Rheinland-Pfalz Teil der französischen Besatzungszone. Seine Selbstständigkeit gab Morlautern im Rahmen der Gebietsreform im Jahre 1969 auf und schloss sich der Stadt Kaiserslautern an. „Morlautern ist eine reine Wohngemeinde, in der es sich ruhig leben lässt“, sagt Ortsvorsteher Alexander Lenz. „Wir sind in die Natur eingebettet und haben viele Erholungsmöglichkeiten. Viele Menschen, hauptsächlich aus der Barbarossastadt, suchen in Morlautern und Umgebung Erholung und gewinnen Abstand vom Alltag. „Obwohl wir sehr nahe an der Stadt liegen, sind wir ländlich geblieben“, fügt der Ortsvorsteher an. Es gibt im Ort sogar einen Vollerwerbslandwirt und vier Landwirte im Nebenerwerb. „Einen Viehbestand gibt es nicht mehr, sie alle widmen sich dem Ackerbau“, verrät Alexander Lenz. Gut begehbare Wanderwege und ein Naturlehrpfad laden zum Erholen ein und das nutzen viele Menschen aus einem weiten Einzugsgebiet. „Rätselhafte Zeitzeichen“ sind in der Gemarkung vorhanden und vermitteln einen Blick in die Vergangenheit. Ein beliebtes Ausflugsziel, hauptsächlich an heißen Tagen, ist der Felsenweiher mit seinen vielen Sitzbänken zum Ausruhen. Geht man in höhere Lagen der Gemarkung, ist ein Blick auf die „Weltachs“ möglich. 

In Morlautern wird zudem gerne gefeiert. „Das höchste Fest im Jahr ist unsere Kerwe“, berichtet der Ortsvorsteher. Sie wird über mehrere Tage hinweg am letzten Augustwochenende im großen Festzelt unter der Regie des Turnvereins gefeiert. 

Die Ortsgruppe Morlautern im Pfälzerwald-Verein wandert nicht nur, sondern lädt ebenfalls zum Feiern ein. Über die Grenzen hinaus bekannt ist deren Weinfest und das Knödelfest mit den gefüllten Knödeln. Anfang Dezember findet der Weihnachtsmarkt auf dem Parkplatz vor der Ortsverwaltung statt, wo in Adventsstimmung das bevorstehende Weihnachtsfest gefeiert wird. „Wir erfinden gerne Feste und feiern sie dann ausgiebig“, verrät der Ortsvorsteher. Das ist ganz offensichtlich beim Blick in den Veranstaltungskalender, wo sich gesellschaftliche und sportliche Ereignisse abwechseln. Beim Besuch solcher Veranstaltungen finden Neubürger ganz schnell Anschluss an die Dorfgemeinschaft. osw