„Von allen Müttern auf der Welt, ist keine, die mir so gefällt, wie meine Mutter.“ Das Gedicht von Rosemarie Neie, aus dem diese Zeile stammt, hat die Schreiberin dieser Zeilen vor rund 40 Jahren in der Schule anlässlich des Muttertags abgeschrieben. Und nach 40 Jahren stimmt es immer noch. Meine Mutter ist die Beste. Schwierig wird es allerdings bei der Suche nach dem Muttertagsgeschenk, denn die weltbeste Mutter wünscht sich seit jeher lediglich „brave Kinder“. Ich selbst liebe aber Geschenke – ganz gleich, ob ich welche bekomme, oder welche mache. Und so strikt, wie meine Mutter Geschenke ablehnt, bestehe ich darauf, welche zu machen. Ohne Geschenk ist es kein Muttertag. Und so haben wir uns in diesem Jahr auf einen Kompromiss geeinigt: Wir gehen gemeinsam bummeln. Dazu kommen wir nämlich sonst nie. Und obwohl ich schon weiß, dass mein eigenes Kind eine liebevoll-selbstgemachte Bastelei in petto hat – haben wir uns vorgenommen, nicht nur zu bummeln, sondern auch zu genießen und uns selbst das eine oder andere muttertagstaugliche Geschenk zu machen.
Gesagt, getan. Wir treffen uns am Stiftsplatz, auf dem gerade der LautrerWochenmarkt stattfindet. Ein perfekter Einstieg, denn die besondere Atmosphäre inmitten der liebevoll bestückten Marktstände lassen den Alltag sofort in den Hintergrund rücken. Ein paar Erdbeeren und Karotten wandern in die Einkaufstasche und stimmen uns auf das ein, was wir uns vorgenommen haben: Heute geht es um mehr als nur ein Päckchen mit Schleife. Es geht um den Moment.
Und weil das so ist, beginnen wir unseren Rundgang ganz anders, als eigentlich geplant. Wir schlendern an der Stiftskirche vorbei, die gerade „offene Kirche“ ist. Wir entscheiden: Das nutzen wir. In der Kirche ist es angenehm ruhig. Die Stille zwischen den hohen Mauern ist ein angenehmer Kontrast zum pulsierenden Leben vor der Tür. Wie genießen einen Moment der Einkehr, bevor uns unser Weg zu meiner Lieblingsgoldschmiede führt. Denn hier habe ich schon vor längerem ein elastisches Armband ins Auge gefasst.
„Früher sind häufig Kinder zu mir in den Laden gekommen, um zum Muttertag ein besonderes Geschenk zu finden. Das kommt heute etwas seltener vor“, erzählt die Inhaberin.
Das elastische Armband erweist sich als muttertagstauglicher Volltreffer. Es ist schlicht, elegant und tatsächlich wie gemacht für ein Muttertagsbudget, das den Geldbeutel schont, aber das Herz hüpfen lässt. Während die Inhaberin es mit der Routine und Liebe zum Detail verpackt, die man eben nur in einem inhabergeführten Fachgeschäft findet, erzählt sie, was sie zu Muttertag glücklich machen würde: „Ich würde mich über einen Gutschein einer wirklich hochwertigen Gärtnerei freuen. Das wäre genau das richtige Geschenk für mich“, lacht sie.
Nach einer kleinen Plauderei ziehen wir weiter. Es lockt ein Bettenhaus, in dem wir uns von frühlingsfrischer Tischwäsche inspirieren lassen wollen. Die bunten Farben machen Lust auf ausgiebige Frühstücksmomente im Freien. Wir lassen die Finger über feines Leinen und glatte Baumwolle gleiten – ein haptisches Erlebnis, das kein Onlineshop der Welt ersetzen kann. Der Blick meiner Mutter fällt auf eine winzige Micky Maus-Espressotasse. Gesehen – gekauft. Und auch drei Gästehandtücher dürfen uns begleiten. Die weltbeste Mutter trägt ihre Neuerwerbungen erfreut aus dem Laden. Nicht, ohne auch hier noch ein wenig mit dem freundlichen Personal zu plaudern. Ein Bummel durch die bunt-jubiläumsgeschmückte Lautrer Innenstadt ist eben doch etwas anderes, als hastig Alltagseinkäufe zu erledigen.
Als nächstes Ziel haben wir uns ein Geschäft mit Bequemschuhen ausgesucht. Nicht unbedingt, um etwas zu kaufen, sondern einfach, um zu schauen. Das ist bei der großen Auswahl allerdings gar nicht so einfach – schon gar nicht, wenn die eigenen eleganten Pumps nach dem bisherigen Weg nicht mehr ganz so angenehm sitzen und ein farblich attraktives, komfortables Paar direkt ins Auge springt. Um es kurz zu machen: Meine Mutter zieht sie nach der Anprobe gar nicht erst wieder aus. Während die Pumps in die Schuhschachtel wandern, wandert der neue, weitenverstellbare Bequemschuh, der ausgesprochen elegant aussieht, den Rest unseres Stadtbummels am Fuß mit uns.
Eigentlich möchte ich jetzt auch noch ein paar Muttertagsschuhe erstehen. Laufschuhe wären gut, denn jetzt im Frühjahr macht die Bewegung im Freien besonders viel Spaß. Doch ein Blick auf die Uhr offenbart: Unser Bummel hat den zeitlichen Rahmen schon fast gesprengt. Also beschließen wir, nur noch einen Laden zu besuchen, auf den wir uns beide schon freuen: ein Fachgeschäft für Mode und Unterwäsche. Während meine Mutter meinem Vater einen sommerlichen Pullover gönnt, nehme ich Halstücher in den Farben der gerade angebrochenen Saison in Augenschein. Sie sind definitiv muttertagstauglich. In der Einkaufstasche landet dann aber doch eine herrliche Leinenbluse. Ich hatte sie zwar wahrgenommen, aber ohne die kompetente Beratung durch die Inhaberin hätte ich sie vermutlich gar nicht erst anprobiert. Das wäre ein Fehler gewesen, denn sie hat definitiv das Potenzial zum neuen Lieblingsstück im Kleiderschrank.
Unser Bummel neigt sich dem Ende zu. Was uns bei jedem Stopp aufgefallen ist: Die Inhaber sind auf alle Eventualitäten vorbereitet und helfen gerne, das perfekte Muttertagsgeschenk zu finden. Falls man sich doch einmal unsicher ist, ist das kein Problem – der Umtausch im Laden ist unkompliziert. Und für alle, die sich bei der riesigen Auswahl gar nicht entscheiden können, oder deren Mütter wirklich alles schon haben, gibt es die Möglichkeit, einen Gutschein zu erwerben.
Dass wir heute nur eine kleine Auswahl dieser schönen, inhabergeführten Läden besuchen konnten, die Kaiserslautern zu bieten hat, liegt in der Natur der Sache. Denn in diesen Läden, in denen man oft noch mit Namen begrüßt wird, ist Einkaufen gerade dann, wenn man sich bewusst zeitnehmen kann, ein Vergnügen. Eigentlich wollten wir den Vormittag bei einem Cappuccino ausklingen lassen, doch die vollen Einkaufstaschen und der Blick auf die Uhr sagen: Das müssen wir auf das nächste Mal verschieben. Und das ist das Schöne an unserer Innenstadt: Es gibt so viel zu entdecken. Ob es die gemütlichen Cafés sind, gastronomische Highlights oder die inhabergeführten Fachgeschäfte, an denen wir heute nur vorbeigeschlendert sind. mide