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In Ruhe über den letzten Wunsch sprechen

Wie man das Thema Bestattung an den Familientisch bringen kann

In Ruhe über den letzten Wunsch sprechen

Bei einem Spaziergang in der Natur kann man ganz ungezwungen darüber reden, wie die letzte Ruhe aussehen soll. FOTO: DJD/FRIEDWALD

Über die Arbeit oder die Gesundheit wird in Familien meist ganz selbstverständlich geredet. Bei der Frage, wie die eigene Bestattung einmal aussehen soll, fällt der Einstieg in ein Gespräch dagegen oft schwer. Dabei muss das weder bedrückend sein noch braucht man sich gleich in Einzelheiten zu verlieren. 

Oft ergibt sich ein guter Anlass ganz von selbst: Nach einer Beerdigung wird darüber gesprochen, was einem gefallen hat oder was man sich selbst anders wünschen würde. 

Auch ein Bericht im Fernsehen, ein Spaziergang über einen Friedhof oder durch den Wald können einen unverkrampften Einstieg bieten. Statt mit der Tür ins Haus zu fallen, lässt sich zunächst die eigene Haltung formulieren: „Ich habe neulich darüber nachgedacht, wie ich einmal bestattet werden möchte.“ 

Wer als Kind den ersten Schritt machen will, kann die Eltern auch selbst ansprechen: „Habt ihr euch eigentlich schon einmal Gedanken darüber gemacht?“ 

Vom Waldspaziergang zum letzten Wunsch

Für den Anfang reicht es häufig, über grundsätzliche Vorstellungen zu sprechen. Kommt ein klassisches Grab auf einem Friedhof infrage oder wäre eine Urnenbeisetzung in einem Wald eher das Richtige? Bei einer Waldbestattung wird die Asche in einer biologisch abbaubaren Urne am Fuß eines Baumes beigesetzt. Ein Grabstein und die spätere Grabpflege durch Angehörige entfallen, die Natur übernimmt die Gestaltung der Grabstätte. 

Reden entlastet beide Seiten

Ist die grundsätzliche Bestattungsform geklärt, können nach und nach weitere Wünsche zur Sprache kommen: Soll die Trauerfeier religiös oder weltlich sein? Wer soll informiert werden? 

Nicht immer reagieren Angehörige sofort offen auf solche Fragen. Manche möchten sich mit dem eigenen Tod oder dem ihrer Eltern und Partner zunächst nicht auseinandersetzen. 

Entscheidend ist nicht, in einem einzigen Gespräch alle Details festzulegen, sondern überhaupt miteinander ins Reden zu kommen. 

Wer seine Wünsche anschließend dokumentiert, gibt den Angehörigen im Trauerfall Orientierung und nimmt ihnen die schwierige Frage ab, was wohl im Sinne der verstorbenen Person gewesen wäre. djd