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30 Jahre Universitätsstadt Landau

SystemLink: Forschung für nachhaltiges und modernes Gewässermanagement

                    

SystemLink: Forschung für nachhaltiges und modernes Gewässermanagement

Wie entwickeln sich Kaulquappen unter bestimmten Bedingungen? Wissenschaftler bringen Käfige in die künstlichen Teiche aus. Die dort eingesetzten Kaulquappen werden beobachtet und deren Entwicklung dokumentiert.

Wie Stoffe ihren Weg aus dem Umland in Gewässer finden, ist wissenschaftlich gut untersucht. Doch wie gelangen schädliche Einträge vom Gewässer auf das Land? Dieser Weg ist weit weniger erforscht. „Gewässer stehen in einer engen Beziehung zu den angrenzenden Uferbereichen. Beide Ökosysteme beeinflussen sich gegenseitig in hohem Maße beispielsweise durch den Austausch von organischem Material. Es können aber auch Schadstoffe in das andere Ökosystem gelangen“, erklärt Dr. Anja Knäbel, Geschäftsführerin des Graduiertenkollegs SystemLink. Deshalb untersuchen im Graduiertenkolleg SystemLink, das von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) mit 4,5 Millionen Euro gefördert wird, Doktoranden und Forschende des Instituts für Umweltwissenschaften aus allen Fächern, wie sich vom Menschen eingetragene Schadstoffe wie Pflanzenschutzmittel und die Ausbreitung von nicht heimischen Uferpflanzen oder Wirbellosen auf die Umwelt auswirken. „Auch wollen wir herausfinden, ob und wie sich Umweltstress von einem Ökosystem auf ein anderes überträgt“, so Knäbel, sprich, wie sich Hochwasser auf angrenzende Landbereiche auswirkt. Denn dieses Wissen ist für das Management von Gewässern gerade vor dem Hintergrund des Klimawandels von großer Bedeutung: „Intakte Gewässer-Land-Systeme leisten einen wesentlich besseren Beitrag zur Selbstreinigung und beherbergen auch eine höhere Biodiversität.“ Im Graduiertenkolleg schlägt sich das Miteinander der verschiedenen Fächer nieder, das am Fachbereich Natur- und Umweltwissenschaften und im Institut für Umweltwissenschaften seit Jahren praktiziert wird. Hier wird gemeinsam an wichtigen Fragen für den Umweltschutz gearbeitet und dafür das Forschungs-Know-how gebündelt - von Ökotoxikologie über Umweltphysik und Umweltchemie bis hin zu Umweltökologie. Das Graduiertenkolleg lebt ein ausgeklügeltes Betreuungs- und Teamkonzept: Die Doktorandinnen und Doktoranden verschiedener Fachrichtungen bearbeiten im Team gemeinsame Fragestellungen. Dabei werden sie wiederum von Wissenschaftlern verschiedener Disziplinen betreut. „Dadurch lernen die angehenden Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler von Anfang an, nicht nur über ihren Tellerrand hinauszuschauen, sondern auch das Denken und Forschen verschiedener Disziplinen hautnah zu erleben, zu verstehen und in ihre eigene Forschung zu integrieren“, so Knäbel. (ket) www.systemlink.uni-landau.de

 

Die Universität als Therapeutin

Mit innovativen Behandlungsansätzen werden Erwachsene, Jugendliche und Kinder in den Psychotherapeutischen Universitätsambulanzen in der Ostbahnstraße 10 und 12 therapiert.

Wie sich Forschung und Lehre an der Landauer Universität unmittelbar auf das Befinden der Bevölkerung in Landau und der Südpfalz auswirken und wie Erwachsene wie Kinder und Jugendliche von innovativen Behandlungsansätzen profitieren können, zeigt die Arbeit an den beiden Psychotherapeutischen Universitätsambulanzen.

In der Psychotherapeutischen Universitätsambulanz in der Ostbahnstraße 10 sind etwa 80 angehende oder bereits approbierte Psychotherapeuten tätig. Der Fokus liegt gleichzeitig immer auch auf der Ausbildung angehender Psychotherapeuten und der Psychotherapieforschung. Im Rahmen der Erprobung neu entwickelter psychotherapeutischer Ansätze und Herangehensweisen können hier die Patienten zusätzlich zu den bereits etablierten Therapiemethoden auch von innovativen Therapiestrategien profitieren. „Leider können wir nur der Hälfte der Anfragenden einen Therapieplatz anbieten“, beschreibt Geschäftsführer Dr. Jens Heider die große Nachfrage an der seit 2000 bestehenden Ambulanz, an die sich am häufigsten Patientinnen und Patienten mit Depressionen, Phobien oder Ängsten wenden, welche auch generell zu den häufigsten psychischen Erkrankungen zählen. Kürzere Wartezeiten auf Psychotherapie und neueste Therapieansätze sind die Vorteile für Patientinnen und Patienten der Universitätsambulanz. Eine hohe Akzeptanz der Einrichtung in der Bevölkerung zeigt sich an der großen Zahl Freiwilliger, die an Therapiestudien mitwirken. Das gesamte Spektrum psychischer Probleme und Störungen für Kinder und Jugendliche von null bis 21 Jahren und deren Bezugspersonen deckt die Landauer Psychotherapie-Ambulanz für Kinder und Jugendliche unter der Leitung von Prof. Dr. Tina In-Albon ab. Seit 2014 besteht die Einrichtung in der Ostbahnstraße 12, in der derzeit 27 Ausbildungs- sowie acht approbierte Therapeutinnen und Therapeuten rund 500 Patientinnen und Patienten im Durchschnittsalter von 12,7 Jahren behandeln. „Am häufigsten werden die Diagnosen phobische und Angststörungen, depressive Erkrankungen sowie hyperkinetische Störungen (ADHS) und Störungen des Sozialverhaltens vergeben und entsprechend behandelt. Zudem bieten wir in verschiedenen Bereichen eine ausführliche Diagnostik an, etwa bei Intelligenzabklärungen, ADHS und Autismus-Spektrum-Störungen“, begründet In-Albon die zunehmende Nachfrage Betroffener. Die Schnittstelle zwischen Forschung und klinischer Praxis ist dabei ein herausragendes Merkmal der Einrichtung, in der beispielsweise selbstverletzendes Verhalten bei Jugendlichen oder eine Traumatherapie für Kinder und Jugendliche, die Vernachlässigung, körperliche oder sexuelle Gewalt erlebt haben, erforscht werden oder auch Gruppen für jugendliche Flüchtlinge mit traumatischen Erlebnissen angeboten werden. Gemeinsame Therapieziele zu formulieren und dann konkrete Verhaltensänderungen zu üben und zu erproben, stehen im Fokus der verhaltenstherapeutischen Ambulanzarbeit, die ihrerseits unterstützt wird durch ein reges Interesse aus der Bevölkerung, sich als Teilnehmer an Studienprojekten zu beteiligen. (tkl)

www.wipp-landau.de
www.ambulanz-kiju.uni-landau.de