Es gehört zum Älterwerden dazu, dass sich der Körper verändert. Betroffen sind unter anderem der Stoffwechsel, Knochen, Muskeln und das Immunsystem. Die gute Nachricht: Schon bevor sich erste Anzeichen bemerkbar machen, können Sie einiges dafür tun, um möglichst lange aktiv zu bleiben – körperlich und geistig.
Etwa zum 30. Lebensjahr erreicht unsere Knochendichte ihren Höhepunkt und nimmt dann immer weiter ab. Die Knochen werden poröser, das Risiko für Brüche steigt. Auch die Muskelmasse wird weniger. Wichtige Faktoren, um langfristig die eigene Körperkraft und Beweglichkeit zu erhalten, sind Krafttraining und eine Ernährung, die Vitamine und Calcium liefert. Vitamin K2, zum Beispiel aus Fleisch, Eiern und Sauerkraut, trägt dazu bei, dass Calcium in die Knochen gelangt. Vitamin D3 unterstützt die Aufnahme von Calcium aus dem Darm. Außerdem ist es wichtig für das Immunsystem. Unser Körper kann es bei ausreichender Sonneneinstrahlung in der Haut selbst bilden. Allerdings gelingt ihm das im Alter immer schlechter.
Das Immunsystem produziert im Alter weniger Antikörper und Abwehrzellen. Dadurch heilen Wunden oft schlechter und Krankheitserreger haben ein leichteres Spiel. Zur Stärkung ist es wichtig, den Körper mit ausreichend Mikronährstoffen zu versorgen, unter anderem mit den Vitaminen B6, B12 und Folsäure (B9). Das gelingt mit einer ausgewogenen Mischkost, die viel Obst und Gemüse enthält. Allerdings nur bedingt, denn im Alter nimmt die Fähigkeit des Körpers ab, bestimmte Vitamine ausreichend aufzunehmen oder zu speichern. Spätestens wenn ein Mangel festgestellt wurde, kann die Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln sinnvoll sein. Es gibt auch Kombipräparate, die mehrere Mikronährstoffe enthalten (z. B. FolPlus+D3. Infos unter www.folplus.de).
Mit dem Alter verändert sich die Struktur des Gehirns und die Verbindung der Nervenzellen untereinander funktioniert schlechter. Darunter leidet das Kurzzeitgedächtnis. Um geistig fit zu bleiben, ist auch hier eine gute Versorgung mit Vitaminen wie B6, B12 und Folsäure wichtig. Unter anderem unterstützen diese die Gedächtnisleistung. Zudem sollten wir unseren Denkapparat regelmäßig vor kleine Herausforderungen stellen: Etwa mit neu erlernten Fähigkeiten oder Hobbys, die mehrere Sinne gleichzeitig fördern. djd
Für gerechte Entlohnung
Bundesverband zur Stellung der Frau in der Pflegearbeit
Zum Weltfrauentag, der in diesem März wieder stattfand, macht der Bundesverband pflegender Angehöriger wir pflegen e.V. auf die enorme Ungleichverteilung der Pflegearbeit aufmerksam: Über 60 Prozent der häuslichen Pflege übernehmen Frauen, bei pflegebedürftigen Kindern sind mehr als 80 Prozent der Hauptpflegepersonen Mütter.
„Unser Pflegesystem stützt sich massiv auf die unbezahlte Sorgearbeit in den Familien. Dort übernehmen noch immer vor allem Frauen die Verantwortung. Das hat gravierende Folgen für ihre Karrierechancen, ihr Einkommen und ihre Altersvorsorge“, erklärt Sebastian Fischer, Vorstandsmitglied des Bundesverbands.
Fehlende Entlastungsangebote zwingen viele pflegende Frauen, ihre Berufstätigkeit drastisch einzuschränken. Besonders betroffen sind Mütter pflegebedürftiger Kinder: die Pflege dauert in der Regel ein Leben lang und bedarfsgerechte Entlastungsangebote sind rar. Aber auch Frauen, die ihre Partner oder Eltern pflegen, sind in hohem Maße betroffen. „Zu oft bleibt Frauen nur die Wahl zwischen finanzieller Armut oder völliger Erschöpfung“, so Fischer. „Das ist unhaltbar.“
Der Verband fordert daher massive Investitionen in den Ausbau kommunaler Pflegeangebote. Ambulante Dienste, Kurzzeitpflege und Tagespflege sind entscheidend für die Vereinbarkeit von Pflege und Beruf. Doch die Angebote reichen bei weitem nicht aus. „Wer Gleichstellung ernst meint, muss in Pflege investieren“, betont Fischer. „Solange Pflege größtenteils privat organisiert wird, bleibt Gleichstellung ein Lippenbekenntnis.“
Die Bundesregierung plant, das Pflegezeitgesetz und Familienpflegezeitgesetz zusammenzuführen und zu vereinbaren. Das allein reicht aber nicht aus. Derzeit haben pflegende Angehörige im Falle einer Freistellung lediglich die Möglichkeit ein zinsfreies Darlehen zu beantragen. „Ein Darlehen ist keine soziale Absicherung“, stellt Sebastian Fischer klar. „Wer jahrelang weniger oder gar kein Einkommen hat, kann auch später keine Schulden zurückzahlen. Das ist realitätsfremd.“
Verlässliche Absicherung
Der Bundesverband fordert daher die Einführung eines Familienpflegegeldes. Eine Einkommensersatzleistung würde pflegende Angehörige finanziell absichern und Anreize für eine gerechtere Verteilung der Sorgearbeit schaffen. „Eine Einkommensersatzleistung entlastet Frauen und motiviert auch mehr Männer, Verantwortung zu übernehmen.
Seit 2023 liegen praktikable Vorschläge auf dem Tisch. Es fehlt nicht an Konzepten, es fehlt am politischen Willen“, kritisiert Fischer.
Für Angehörige, die Pflege und Erwerbstätigkeit dauerhaft nicht vereinbaren können, fordert der Verband zusätzlich ein Care-Gehalt sowie eine verlässliche rentenrechtliche Absicherung. „Wer Angehörige pflegt, arbeitet für die Gesellschaft“, sagt Sebastian Fischer. „Diese Arbeit darf nicht in Armut während der Pflege und Altersarmut nach der Pflege enden.“
Solidarische Lösungen
Zum Weltfrauentag richtet der Bundesverband einen klaren Appell an die Bundesregierung: „Pflege darf nicht länger auf den Schultern von Frauen abgeladen werden“, so Fischer. „Sie ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Und sie braucht endlich gerechte, verbindliche und solidarische Lösungen.“
Nur 46 Prozent der Hauptpflegepersonen im erwerbsfähigen Alter arbeiten in Vollzeit. Von denen, die in Teilzeit beschäftigt sind, hat etwa die Hälfte ihre Arbeitszeit wegen der Pflegeverpflichtungen reduziert. 28 Prozent der Angehörigen geben ihre Erwerbstätigkeit vollständig auf.
Da Zweidrittel der Pflegepersonen weiblich sind, sind sie am stärksten betroffen.
Frauen, die Angehörige pflegen, arbeiten im Schnitt weniger Stunden als Frauen ohne Pflegeverantwortung. Nur 27,4 Prozent von ihnen sind in Vollzeit beschäftigt.
Fast jede vierte Mutter eines pflegebedürftigen Kindes beendet ihre Erwerbsarbeit. Jede Zweite reduziert ihre Arbeitsstunden. red