„Auf Flügeln des Gesanges“ trägt, um mit Heinrich Heine zu sprechen, die Kulturfabrik der BASF ihr Publikum: Der menschlichen Stimme ist in der kommenden Saison, die am 10. September startet, ein Themenschwerpunkt gewidmet. Eine entsprechend große Rolle spielen Chöre im Programm.
Das beginnt am 11. Oktober mit einem Joint Venture verschiedener Chöre aus dem Raum Ludwigshafen, die gemeinsam ein großes Antikriegswerk der neueren Musik – Karl Jenkins’ Friedensmesse „The Armed Man“ – zur Aufführung bringen, und endet am 23. Juni 2027 mit einem Mitsingkonzert, bei dem alle, die mögen, zusammen mit dem BASF-Gesangverein Evergreens trällern. Dazwischen zelebrieren das Amsterdam Baroque Orchestra und der dazugehörige Baroque Choir unter der Leitung des Alte-Musik-Spezialisten Ton Koopman Bachs Weihnachtsoratorium (Fr 11.12., 19.30 Uhr). Das A-cappella-Quartett Maybebop verbündet sich mit dem Pop-Jazz-Chor-Vokal Genial, um das „Volkslied mal anders“ zu servieren (Fr 26.2., 19.30 Uhr). Und auch die „Freude, schöner Götterfunken“ fehlt nicht im Programm: Beethovens neunte Sinfonie lassen die Deutsche Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz, der Beethovenchor Ludwigshafen und vier Gesangssolisten unter dem Dirigat von Michael Francis am 13. Januar um 19.30 Uhr im Feierabendhaus ertönen.
Das Konzert eröffnet zugleich den zweiten Themenschwerpunkt der Saison: Mit „Beethoven 200“ erinnert die BASF-Kulturfabrik in neun Beiträgen daran, dass Ludwig van am 26. März 1827 im Alter von 56 Jahren starb. Nach der neunten wird auch die gerne unterschätzte vierte Sinfonie des Komponisten zu hören sein (Mi 24.2., 19.30 Uhr). Der junge Pianist Florian Heinisch hat unter anderem Beethovens gewaltige „Hammerklavier-Sonate“ auf der Agenda (So 14.2., 11 Uhr, Gesellschaftshaus), während sein bereits arrivierter Kollege Joseph Moog am 8. April Tasten-Hits wie die „Mondscheinsonate“ und die „Waldsteinsonate“ spielt (19.30 Uhr, Feierabendhaus). Beethovens großartiges Violinkonzert – Solist ist der Geiger Tobias Feldmann – geht am 28. April der zweiten Sinfonie von Brahms voraus (19.30 Uhr, Feierabendhaus).



Insgesamt umfasst das Programm der Kulturfabrik in der Saison 26/27 gut 70 Veranstaltungen. Und das sind beileibe nicht alles Klassikkonzerte. „Auf den Flügeln des Gesanges“ sind noch ganz andere musikalische Genres im Aufwind. Bei Auftritten von Max Giesinger (23.9.), Joris (7.11.), Stefanie Heinzmann (12.11.), Fortuna Ehrenfeld (21.11.) und Gregor Meyle (5.12.) kommen Fans von Singer-Songwriter- und Indiepop auf ihre Kosten. Der deutschsprachige Chanson ist durch Annett Louisan vertreten (Fr 13.11., 19.30 Uhr, Feierabendhaus). Fado-Ikone Mariza huldigt am 24. November „Amor“, also der Liebe (20 Uhr, Theater im Pfalzbau). In Kooperation mit dem Festival „Enjoy Jazz“ präsentiert man unter anderem die Saxophonistin Lakecia Benjamin (17.10.), die Sängerin Melody Gardot (5.11.) und das Avishai Cohen Trio (10.12.).
Im Angebot sind außerdem Konzerte für junges Publikum unterschiedlicher Altersklassen. In der Sparte „Wortspiel“ tummeln sich Comedians und Kabarettisten wie Andreas Langsch, Die Untiere, Thomas Freitag und Philipp Weber. Und auch GringoMayer ist wieder mit von der Partie: Am 17. Dezember, 20 Uhr, zelebriert der Bluesrocker mit seiner Kegelband im Feierabendhaus das Jahresabschlusskonzert, auf Pfälzisch, versteht sich.
Das „Künstlerporträt“ indes ist dann aber doch einem klassischen Musiker gewidmet. Daniel Ottensamer, Soloklarinettist der Wiener Philharmoniker, hat für seine vier Konzerte in Ludwigshafen aus dem Repertoire für sein Instrument einige der schönsten Werke ausgewählt. Darunter Mozarts Klarinettenkonzert KV 622 (im Sinfoniekonzert am 7.10.) und dessen Klarinettenquintett KV 581, dem Ottensamer am 3.11. das Schwesterwerk des Romantikers Carl Maria von Weber gegenüberstellt. leo
INFO
Das komplette Programm der BASF-Kulturfabrik 2026/27 gibt es unter www.basf.de/kultur, Tickets sind auf www.eventim.de erhältlich.