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Ausbildung und Beruf - Speyer

„Das geht nicht in ein paar Wochen“

So polieren Berufstätige ihr Englisch sinnvoll und nachhaltig auf

„Das geht nicht in ein paar Wochen“

Hören oder Lesen? Wer weiß, was er oder sie für ein Lerntyp ist, ist beim Spracherwerb erfolgreicher. FOTO: CHRISTIN KLOSE/DPA

Endlich hat es geklappt mit der neuen Stelle. Die Arbeit ist einfach fantastisch, gäbe es da nicht die kleine tägliche Herausforderung der Telefonate, E-Mails oder Meetings mit ausländischen Partnern auf Englisch. Hat man eine Fremdsprache länger nicht oder nur sehr eingeschränkt angewendet, fällt es oft schwer, flüssig zu kommunizieren. Gerade bei der Weltsprache Englisch wirkt das leicht unprofessionell. Jetzt muss Abhilfe her, und zwar schnell.

So polieren Berufstätige ihr Englisch sinnvoll und nachhaltig auf

„Die Sprachlevel sind in sechs Kompetenzstufen unterteilt, also sollte man zuerst herausfinden, wo man steht und wo man hinwill, abhängig davon, was man braucht und was man mit der Sprache machen will“, empfiehlt Petra Seroka vom privaten Bildungsanbieter Education First (EF).

Ein Job, bei dem man am Empfang eines Unternehmens arbeitet etwa, stellt andere sprachliche Anforderungen als ein Job, bei dem man viel ins Ausland reisen oder auch öffentlich kommunizieren muss. „Dann sollte man sich fragen: Was für ein Lerntyp bin ich eigentlich?“, sagt Prof. Britta Hufeisen vom Institut für Sprach- und Literaturwissenschaft der TU Darmstadt.

Wir Menschen lernen alle unterschiedlich und individuell. Manche von uns behalten Dinge eher durch Sehen und Hören, andere, in dem sie sich beim Lernen bewegen, etwa durch das Zimmer laufen. „Man muss beim Lernen sein Gedächtnis entlasten, indem man es auf die richtige Weise füttert“, sagt Hufeisen.

Lerntyp bestimmen

Am besten fängt man mit dem an, was man gerne tut: Wer gerne liest, sollte einfach auf Englisch lesen, wer gerne Serien schaut oder Radio und Podcasts hört, kann dies ebenso gut auf Englisch tun.

„Das wichtigste ist das Eintauchen in die fremde Sprache, die Immersion“, sagt Petra Seroka. Man müsse sich das Ausland „nach Hause“ holen. Dafür braucht man sich nicht unbedingt stundenlang hinzusetzen und zu pauken, sondern kann sich auch in mehreren, kleinen Häppchen von etwa 10-20 Minuten verteilt über den Tag mit der Sprache beschäftigen.

Damit der Spracherwerb gelingt, muss der Lernplan zum Leben passen. In Deutschland legt man traditionell viel Wert auf Präsenz-Unterricht zu festen Terminen, doch der Trend geht zu flexiblen Online-Angeboten, sagt Seroka, die EF-Regionalleiterin für Deutschland ist. „Das hängt natürlich auch mit dem zunehmenden Wunsch und aktuell auch der Notwendigkeit zusammen, die Arbeit ins Homeoffice zu verlegen.“ Doch Online-Angebote sind sehr unterschiedlich und nicht alle gleichermaßen sinnvoll, schränkt Britta Hufeisen ein: „Die meisten Apps stellen lediglich simple Richtig-oder-falsch-Fragen. Das ist zwar nützlich, um Gelerntes zu wiederholen, hilft aber wenig, um Neues zu lernen.“

Anders sieht es dagegen mit persönlichen Sprachlehrern aus, die ihre Kurse per Video-Übertragung geben. Wer an Kursen mit muttersprachlichen Lehrern und anderen Lernenden aus der ganzen Welt teilnimmt, kann Barrieren abbauen und die sprachliche Immersion steigern. „Zugleich gewöhnt man sich bereits an unterschiedliche Akzente“, sagt Petra Seroka. Immerhin ist es sehr wahrscheinlich, dass man im Beruf auch mit anderen Nicht-Muttersprachlern auf Englisch kommunizieren muss.

„Die größte Konkurrenz beim Lernen sind die Arbeit und das Privatleben“, sagt Seroka. Nur noch eben diese Sache für den Job erledigen, und dann noch kurz die Kinder vom Sport abholen. Und eigentlich wollte man doch mal wieder diesen oder jenen Freund anrufen. „Ein Sprachkurs muss Spaß machen, sonst verlieren die Lerner ihre Motivation und nehmen sich auch nicht die Zeit zum Lernen.“

Wer schnell Erfolge sehen will, sollte sich die Frage beantworten können, was sie oder ihn persönlich zum Lernen motiviert. „Je motivierter ich dann bin, desto mehr hänge ich mich rein und lerne daher schneller, weil ich bereit bin, mehr Zeit zu investieren und zusätzliche Gelegenheiten zum Lernen und Sprechen zu suchen“, sagt Hufeisen.

Eine Sprache zu lernen – das geht nicht in ein paar Wochen. Zwar kann man Business-English-Floskeln pauken, sich Vorlagen zum Schreiben von E-Mails besorgen und sich mit maschinellen Übersetzungsprogrammen Texte grob übersetzen lassen. Doch wer die Sprache im täglichen Umgang braucht, wird im Beruf nicht weit damit kommen. Besser ist es also, nicht erst bis zum neuen Job zu warten, um das Englisch wieder aufzupolieren. dpa