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Kompetenz und Transparenz bieten Schutz

IKK Südwest fordert und fördert umsichtigere Aufklärung und mehr Selbstbestimmung für Patienten

Prof. Dr. Jörg Loth, IKK Südwest-Vorstand, setzt sich für die Stärkung der Gesundheitskompetenz und Selbstbestimmung ein. Zum Themenkomplex hat er gemeinsam mit dem ehemaligen Geschäftsführer der Krankenkasse Lutz Hager ein Buch herausgegeben, das Expertenbeiträge zusammenstellt. FOTOS: IKK SÜDWEST/FREI

26.04.2021
Franz Freer Meisterbetrieb

Das Patientenrechtegesetz von 2013 gilt als Meilenstein für eine selbstbestimmte Rolle der Patienten in der Gesundheitsversorgung. Doch noch heute ist Fakt: „Jährlich treten bei mehreren hunderttausend Patienten sogenannte vermeidbare unerwünschte Ereignisse auf, etwa 20.000 Menschen versterben daran“, sagt Jörg Loth von der IKK Südwest. Dem gelte es mit vereinten Kräften entgegenzutreten.

Jörg Loth, promovierter Wirtschaftswissenschaftler und Professor an der Deutschen Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement sowie der BSA-Akademie in Saarbrücken, ist Vorstandsvorsitzender der IKK Südwest. Seine Krankenkasse hat sich auf die Fahnen geschrieben, die Patientenkompetenz zu stärken und die Selbstbestimmung der Versicherten, kurz: die Patientensicherheit, weiter zu fördern.

Loth erklärt den Zusammenhang: „80 Prozent der vermeidbaren unerwünschten Ereignisse sind auf mangelnde Kommunikation zwischen Behandlern und Patienten zurückzuführen.“ Ein „vermeidbares unerwünschtes Ereignis“ ist zum Beispiel eine allergische Reaktion auf ein Medikament, obwohl die Allergie eigentlich bekannt ist, aber im Vorfeld der Behandlung nicht thematisiert wurde. Vermeiden ließen sich solche Ereignisse, indem die Gesundheitskompetenz der Patienten gestärkt werde. „Versicherte und Patienten müssen in der Lage sein, die ihre Gesundheit betreffenden Entscheidungen zu verstehen und zu bewerten“, erklärt Loth. Dafür brauche es transparente Prozesse sowie verbindliche Regelungen und Ansprechpartner – eine Aufgabe nicht nur für alle Akteure im Gesundheitswesen, sondern letztlich eine gesamtgesellschaftliche, weshalb sich die Krankenkasse auch gerade vor der nahen Bundestagswahl dazu deutlich positioniere.

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Die IKK Südwest setze sich in etlichen Projekten für aufgeklärte Patienten ein. Eines davon, und wie Loth anmerkt, bisher einzigartig, ist das von der IKK Südwest initiierte Netzwerk Patientensicherheit für das Saarland. „Elf Verbände und Organisationen des Gesundheitswesens setzen sich gemeinsam dafür ein, die stationäre und ambulante Versorgung hier noch sicherer zu machen sowie Patienten noch stärker vor Mängeln und Fehlern zu bewahren“. Und an die Patienten gerichtet, formuliert Loth: „Fragen stellen ist kein Dürfen, sondern ein Muss!“

Expertenbeiträge zur Situation sowie zu Ansätzen und Werkzeugen zur Vermeidung der unerwünschten Ereignisse hat Loth in einem gemeinsam mit dem ehemaligen IKK Südwest-Geschäftsführer Lutz Hager herausgegebenen Buch zusammengestellt. Dort sind auch Möglichkeiten, den Patienten weiter in den Mittelpunkt zu rücken, aufgeführt. „Patient & Sicherheit“ ist im „medhochzwei“-Verlag erschienen, ISBN: 978-3-86216-490-5. wip

INFO

IKK Südwest
Telefon: 0800 0 119 119
Web: www.ikk-suedwest.de

Infos zum Patientennetzwerk Saarland: www.ikk-suedwest.de/2020/09/netzwerk-patientensicherheit-fuer-das-saarland

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