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LEO Saison

Aroma aus Asche ...

Nachhaltigkeit: Weihnachtsbaum essen statt wegwerfen

Was mit der Zirbelkiefer geht, klappt auch mit anderen Nadelbäumen: Likör herstellen zum Beispiel. Foto: mylasa/stock.adobe.com/frei

2.12.2021

Das aromatische Likörchen aus Zirbelkiefer oder Lärche mag noch bekannt sein. Doch wer käme auf die Idee, den Weihnachtsbaum in der Küche zu verwenden, wenn er als glänzend dekoriertes traditionelles Schmuckstück über die Feiertage ausgedient hat? Die britische Autorin Julia Georgallis zum Beispiel. Sie fand die meist wenige Jahre jungen, frisch geschlagenen Bäumchen, die alle Jahre wieder für die gute alte Tradition ihr Leben lassen müssen, viel zu schade, um damit nur noch beim nächsten Knutfest einen Gaudi-Weitwurf zu veranstalten oder sie schnöde mit dem Grünschnitt oder via Müllabfuhr zu entsorgen.

Erstaunlich, wie viele nachhaltige Ideen und Rezepte ihr stattdessen zur weiteren Verwendung eingefallen sind – ganz abgesehen davon, dass sie Weihnachtsbäume im Topf mit Wurzel bevorzugt, die gemietet oder gekauft und anschließend wieder eingepflanzt werden können. Auch sie sind problemlos bereit dazu, ein paar Zweige und Nadeln für Leckerbissen über das Likörchen hinaus abzugeben.

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Einmachen und Fermentieren

Die Bandbreite der Rezepte ist verblüffend groß, so lassen sich allerlei Lebensmittel mit den aromatischen Nadeln einmachen und fermentieren. Laut Georgallis ist zum Beispiel weihnachtlich gepökelter Fisch eine Delikatesse: „Gepökelter Fischmacht sich hervorragend in Vorspeisen als Appetithäppchen, zum Frühstück oder in einem sehr dekadenten Sandwich“,meint die Autorin. Forelle eigne sich dabei ebenso gut wie Pazifische Scholle oder Schwarzer Heilbutt. Beim Kauf sei allerdings unbedingt darauf zu achten, dass der Fisch so frisch wie nur möglich ist. Zum Pökeln kommt neben Salz, Zucker, geraspelter Roter Bete und Abrieb von Bio-Zitronen gut ein Kilo Tannen- oder Fichten- sowie Piniennadeln zum Einsatz. Auch Essig oder den eingelegten Eiern und dem eingelegten Gemüse sowie Geleehappen verleihen die Baumnadeln in Georgallis’ Rezepten Pfiff.

Weihnachtsbaumasche

Einige der Rezepte im Buch basieren auf einer nicht minder ungewöhnlichen Zutat: Weihnachtsbaumasche. „Asche wird weltweit zum Kochen verwendet und ist gerade im Trend, weil sie von Spitzenköchen inzwischen häufiger eingesetzt wird“, weiß die Engländerin. „Die Asche von Weihnachtsbäumen in der Küche zu verwenden, war für mich eine Offenbarung.“ Dafür lasse man Weihnachtsbaumzweige im Ofen verkokeln. „Eine leicht gemachte, wertvolle, aromatische Zutat, die lange haltbar ist und in allen möglichen Rezepten verwendet werden kann.“
  

Wie finde ich einen guten Baum zum essen

Perfekt für Rezepte: Kiefernartenwie die Pinie. Foto: jut/stockadobe.com
Perfekt für Rezepte: Kiefernartenwie die Pinie. Foto: jut/stockadobe.com

Genießbares und Ungenießbares

Tannen, Fichten und Pinien schmecken der Autorin Julia Georgallis zufolge zwar etwas unterschiedlich, sind aber verlässlich essbare Nadelbäume. Nadeln und Rinde könne man bedenkenlos kochen und verzehren. Alle Weihnachtsbaumnadeln sind allerdings scharf wie Fischgräten, sie sollten also weder roh noch im Ganzen gegessen werden. Auch ätherische Öle aus Tanne, Fichte und Pinie werden nicht zum Verzehr empfohlen, hingegen sehr wohl als wohltuendes Duft- oder Massageöl. Allerdings gibt es auch Christbaum-Alternativen, die ungenießbar sind, zum Beispiel Zeder und Zypresse. Besondere Vorsicht geboten ist bei Eiben, denn diese sind sogar giftig und dürfen auf keinen Fall gegessen werden.

Tipps für den Einkauf

„Weihnachtsbäume sind Kulturpflanzen, vergleichbar mit Apfel- oder Orangenbäumen“, schreibt Julia Georgallis. Beim Einkauf rät sie daher zu beachten, dass bei der Produktion so wenig Chemikalien wie möglich eingesetzt worden sind, dass auf faire Praktiken geachtet wurde, und dass es sich um regionalen und/oder nachhaltigen Anbau handelt. Die Bäume dürften auch auf keinen Fall mit Chemikalien, Farbe oder Glitzer besprüht sein, wenn Teile davon zum Verzehr gedacht seien. Die Autorin empfiehlt überdies ganz allgemein, schnell wachsende Alternativen zu erwägen, etwa Wacholder oder Bambus.

Bäume aus heimischem Forst

Weitere Informationen und „essbare“ Naturweihnachtsbäume gibt es beim Bundesverband der Weihnachtsbaumerzeuger: www.bvwe.de. Auch viele der Forstämter in der Pfalz bieten FSC- und Fair-Trees-zertifizierte Weihnachtsbäume an. Tännchen aus dem Forstamt Johanniskreuz verkauft zum Beispiel am dritten Advent, 11.-12.12., jeweils 10-17 Uhr, das Haus der Nachhaltigkeit. Die Christbäumchen können dort im „Weihnachtswald“ selbst eingeschlagen werden, Info: hdn.wald.rlp.de/de/veranstaltungen wig
   

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