Anzeigensonderveröffentlichung
75 Jahre DIE RHEINPFALZ

Zwischen „Zauberflöte“ und Thermomix

RESSORT KULTUR UND GESELLSCHAFT: Die klassische Kritik über Musik, Kunst, Kino oder Literatur spielt eine große Rolle in der Berichterstattung der RHEINPFALZ. Aber der Kulturbegriff geht noch weit darüber hinaus und umfasst unsere gesamte Lebenswirklichkeit. Da kulturinteressierte Leserinnen und Leser mobil sind, wird es künftig eine neue Struktur geben.

Zwischen „Zauberflöte“ und Thermomix

Immer nur Konzerte oder Ausstellungen? Auch über das Küchengerät Thermomix lässt sich ein Feuilleton-Artikel schreiben.

##mainParagraph##

Ziemlich frei nach dem Philosophen Ludwig Wittgenstein könnte man sagen: „Kultur ist alles, was der Fall ist.“ Oder anders gesagt: Das Leben ist alles, und Kultur ist das Leben. Weshalb sie uns so sehr fehlt in den Zeiten von Covid-19. Das Virus ist ein gewaltiger Kulturverhinderer, und je länger die Pandemie dauert, desto größer wird die Sorge, dass es auch zum Kulturzerstörer mutieren könnte. Die kulturelle Szene in der Region jedenfalls leidet, und ein Ende ist noch nicht in Sicht.

Was einst als „Feuilleton“ in der RHEINPFALZ begann, heißt seit fast 20 Jahren „Kultur und Gesellschaft“. Das heißt nicht, dass wir uns nicht auch als klassisches Feuilleton verstehen. Wir haben unsere Spezialisten für Literatur, für Film, für die bildende Kunst, für Oper und klassische Musik, für Pop und Rock. Die Kulturkritik oder Rezension macht noch immer einen Großteil unserer Arbeit aus. Wir versuchen, das kulturelle Angebot der Theater, Orchester, Museen, Verlage und Konzertveranstalter einzuordnen; wollen Ratgeber sein, Tipps geben für unsere Leser. Dabei kann es passieren, dass wir in einem Fall zum Beispiel mit einem Theaterstück hart ins Gericht gehen, weil wir es für misslungen halten; im anderen Fall fällt es uns vielleicht schwer, unsere Begeisterung über eine gelungene Ausstellung in Zaum zu halten.
                        

Dass dabei immer auch die subjektiven Bewertungskriterien der Autorin oder des Autors eine große Rolle spielen, versteht sich von selbst. Eine Kritik kann nie so objektiv und sachlich sein wie eine reine Nachricht. Journalistisch betrachtet ist diese Textform eine Art Quadratur des Kreises. Oder eine Wundertüte. Sie ist Nachricht, Reportage, Kommentar und Hintergrund in einem. Eines jedoch sollte sie nicht sein: eine Polemik. Man darf Künstler kritisieren, darf feststellen, dass sie in ihrer Rolle an einem Abend nicht überzeugt haben.Aber der Kritiker sollte sich selbst nie wichtiger nehmen als die Kunst und die Künstler, über die er schreibt.

Das kulturelle Angebot in der Pfalz ist groß, und auf unserer täglichen, RHEINPFALZ-weit erscheinenden Kulturseite versuchen wir, es abzubilden und einzuordnen. Da wären die großen Institutionen wie das Pfalztheater in Kaiserslautern, das Historische Museum der Pfalz in Speyer oder die Ludwigshafener Deutsche Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz – um nur einige Beispiele zu nennen –, über deren Angebote wir regelmäßig berichten. Aber natürlich geht der Blick auch über die Region hinaus, etwa nach Mannheim, zum dortigen Nationaltheater oder auch zur Kunsthalle, zu den Theatern in Saarbrücken, Karlsruhe oder in Mainz, Frankfurt und Stuttgart. Und wir versuchen, auch die nationalen und internationalen Großereignisse im Blick zu behalten, von den Bayreuther Festspielen über die Berlinale bis hin zur Documenta in Kassel.

Kulturinteressierte Leser sind mobil. Ihre Lust auf Kultur endet nicht an der Stadt- oder Kreisgrenze. Deshalb werden wir der Kulturberichterstattung der RHEINPFALZ künftig auch eine neue Struktur geben. Die lokale und die überregionale Kultur sollen enger miteinander verzahnt werden, und es wird einen größeren Zuschnitt der lokalen Kulturausgaben geben. Das Ziel: Künftig sollen beispielsweise Leser unserer Frankenthaler Ausgabe auch lesen können, was bisher nur in der Ludwigshafener Rundschau erschienen ist.

Doch so groß das kulturelle Angebot in der Region und darüber hinaus auch ist, wir wollen mehr. Mehr vom Leben – als Thema einer Kulturseite. Und so findet denn auch zum Beispiel in unserer in unregelmäßigen Abständen erscheinenden Reihe „Mythos Alltag“ das Pausenbrot seinen Platz. Oder der Kaugummiautomat. Und auch über das Küchengerät Thermomix lässt sich ein Feuilleton-Artikel schreiben. In Kolumnen wie „Hart am Leben“ spiegeln wir das gesellschaftliche und politische Leben mit einem Augenzwinkern in all seinen Facetten. Denn genau dies will die Kulturredaktion der RHEINPFALZ eben auch (neben Information, Bewertung und Einordnung): unterhalten, zum Beispiel auch in Essays und mit unserer Sommer-Erzählreihe. VON FRANK POMMER

ÜBER UNS

Kultur und Gesellschaft

Das Redaktionsteam:
• Frank Pommer (pom, Leiter)
• Markus Clauer (mac)
• Dagmar Gilcher (gil)
• Tatjana Klöckner (tst)
• Susanne Schütz (ütz)

Wochenende: Vom Wohnzimmer aus die Welt erkunden

Die Zeiten sind gerade nicht so günstig für weite Reisen? Macht nichts, dafür gibt es schließlich die Wochenend-Seiten der RHEINPFALZ. Damit lassen sich von den eigenen vier Wänden aus die verschiedensten Ecken der Welt genauso entdecken wie „Land und Garten“ vor der Haustür. Eine Wundertüte, die auch die Jüngsten lockt, denn der Samstag ist Biber-Tag: Da berichtet Nils Nager von seinen Abenteuern, erzählt Oma Nagute Pfälzer Sagen oder backt sagenhaft gute Kuchen und gibt es Spiele und Rätsel zum Zeitvertreib im Kinderzimmer.

Die Reise in „Ihr Wochenende“, die ganz früher auch schon mal „Pälzer Feierowend“ hieß, beginnt im Wohnzimmer. Aber wer jetzt meint, wir fordern unsere Leserinnen und Leser auf, sich in ihr Pfälzer Schneckenhaus, also ins Verbreitungsgebiet der RHEINPFALZ, zurückzuziehen, irrt gründlich. Gewiss, mit der Pfalz haben die Themen auf der ersten Seite der Wochenend-Ausgabe immer zu tun. Aber Pfälzer gibt es schließlich in aller Welt. Nicht nur „hiwwe und driwwe“, also im US-Staat Pennsylvania, wohin es in vergangenen Jahrhunderten viele Auswanderer trieb. Geschichten aus Südamerika, Spanien, Irland, Australien oder vom Südpol können genauso pfälzisch sein wie solche aus Bayern, Baden-Württemberg oder Brandenburg. Das hat dann meist mit der Geschichte zu tun, weswegen spannende historische Themen nicht nur Welt-, sondern auch Zeitreisen möglich machen. Dass dabei manchmal auch Trauriges zutage gefördert wird – wie etwa das Schicksal der Pfälzer Juden während des Nationalsozialismus, die Deportationen nach Gurs, Dachau, Buchenwald –, versteht sich. Aber nicht nur jene, die gingen oder gehen mussten, auch die vielen, die kamen – Hugenotten, Wallonen, Schweizer, Tiroler oder Flüchtlinge unserer Zeit wie die Mitglieder der Kaiserslauterer Band Shaian – sind Teil der „Pfalzgeschichte(n)“ am Wochenende. Dazu passt dann auch der Blick vom Pfälzer Balkon über die Grenzen hinüber zu denNachbarn in Frankreich: ins Elsass und nach Lothringen. Man ist sich so nah und manchmal doch so fern. Aber je mehr man voneinander weiß, desto mehr versteht man vielleicht auch die Unterschiede.

Apropos verstehen: Wer sich im Dickicht der schönen neuen Medienwelt zu verirren glaubt, findet mit so manchen Beiträgen auf der alle zwei Wochen erscheinenden „Mediathek“ vielleicht wieder heraus: Auch das ist eine Reisemöglichkeit am Wochenende. gil