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LEO Saison Sommer

Klasse Kulisse für Kultur

Schlossfestspiele: Freilufttheater und Konzerte in Heidelberg

Klasse Kulisse für Kultur

Bereits weit vor den in unserer Zeit ins Leben gerufenen, jährlichen Schlossfestspielen war das Schloss Heidelberg Schauplatz kulturellen Lebens der Stadt und des Hofes von Kurfürst Friedrich V.: Dieser hatte 1619 den oberen Teil des Dicken Turms zu einem Theater ausbauen lassen. Das im Mittelalter entstandene Bollwerk ist auch heute wieder eine beliebte Spielstätte. Innerhalb der sieben Meter dicken Mauern werden die Schlossfestspiele dann auch eröffnet: mit der Klassikerkomödie „Die Affäre Rue de Lourcine“ von Eugène Labiche (Premiere: Fr 21.6., 20.30 Uhr). Die deutsche Fassung stammt von Elfriede Jelinek, Regie: Robin Telfer. Labiche, der als Meister der Pariser Gesellschaftskomödie des 19. Jahrhunderts gilt, erzählt von Monsieur Lenglumé und seinem ehemaligen Mitschüler, die nach einer alkoholschweren Nacht befürchten, für einen Mord verantwortlich zu sein ...  Wie wichtig ist Freiheit für Schönheit und Selbstentfaltung? Dieser Frage geht Christian Andersens „Die chinesische Nachtigall“ nach, welches das Junge Theater für alle ab 6 Jahren im Englischen Bau aufführt (Premiere: So 23. Juni, 17 Uhr). Regisseurin Natascha Kalmbach inszeniert das Märchen mit Sopransaxophonistin Alexandra Lehmler als Nachtigall. Die ideale Kulisse bildet der Heidelberger Schlosshof für den Auftritt des berühmtesten Vampirs aller Zeiten: Bram Stokers „Dracula“ (Premiere: Sa 29.6., 20.30 Uhr). Jürgen Popig hat die Bühnenfassung zu dem 1897 veröffentlichten Roman geschrieben.Wiederaufgenommen (Do 4.7., 20.30 Uhr, Schlosshof) wird das Musical „Anatevka“, das auf den Geschichten von Scholem Alejchem basiert. Konzertliebhaber kommen auch in diesem Jahr im Schlosshof auf ihre Kosten: „Offenbach 200!“, „Flötenzauber und Schlossmusik“ (zur Schlossbeleuchtung) und „And Action! – The Sound of Hollywood“ sind die drei Schlosskonzerte. kadeINFOHeidelberger Schlossfestspiele: 21.6.-4.8.Karten: 06221 5820000Info und Programm: www.heidelberger-schlossfestspiele.de

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War beliebt und wird wieder aufgenommen:Musical „Anatevka“ im Schlosshof. | Foto: Susanne Reichardt/frei

Flucht aus der ungastlichen Heimat

Chawwerusch: Sommerfreilichttheater in Siebeldingen

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„Heimwärts in die Fremde“: auf dem Weg in die ersehnte „neue Welt“. | Foto: Helmut Dudenhöffer/frei

In Siebeldingen lässt sich das in Herxheim bei Landau beheimatete Chawwerusch-Theater im August zehnmal in der „traumhaften Kulisse“ des Geilweilerhofs (Julius-Kühn-Institut) sehen. Anlass sind die 30. Kulturtage des Kreises Südliche Weinstraße in Verbindung mit dem Kreisjubiläum.

Heimweh,Hass und Hoffnung sind die immer interessierenden Themen, die „Heimwärts in die Fremde“ zum unterhaltenden Sommertheater prädestinieren.

Im Zentrum des Stücks steht die junge, mittellose Eva Rosina Frank. Ihr uneheliches Kind hat sie verloren. Die Menschen um sie herum – das Stück handelt Mitte des 19. Jahrhunderts in einem pfälzischen Dorf – schauen verächtlich auf sie herab. Die einzige Perspektive, die sie sieht: sich den Scharen jener Pfälzer anzuschließen, die, gedrängt durch Missernten und wirtschaftliche, durch Erbteilung und rückständige Infrastruktur verursachte Not, nach Amerika auswanderten.

Was Walter Menzlaw schon 1995 exemplarisch gestaltet hat, beruht auf tatsächlichen, dokumentierten Auswandererbiographien. Die Neuinszenierung zieht Verbindungslinien in die Gegenwart und setzt neben dem Chawwerusch-Ensemble des Theaters auch junge Schauspieler, Musiker und erfahrene Amateure, darunter auch Geflüchtete, ein. Regie führt Heike Beutel. Gespielt wird bei jedem Wetter, bei Regen teils innerhalb der Gebäude. hap

INFO
»Heimwärts in die Fremde«: 16.-18.8., 22.-25.8., 29.-31.8., 19.30 Uhr
Siebeldingen, Julius Kühn-Institut für Rebenzüchtung Geilweilerhof.
Karten: ab 1.7. unter www.chawwerusch.de